Karl May wurde am 25.2.1842 als 5. von vierzehn Kindern des Webers Heinrich August May im sächsischen Ernstthal geboren. Durch eine Krankheit erblindete er kurz nach der Geburt. Erst im Jahre 1846 wird eine Augenoperation in Dresden möglich, durch die er wieder sehen kann. Ein Jahr später tritt er in die Rectoratsschule Ernstthal ein. Von 1856 bis 1861 studiert er und bekommt eine Stelle als Hilfslehrer in Glauchau, dann wird er Lehrer an der Fabrikschule der Firma Solbrig und Claus in Alt-Chemnitz. 1862 führt der Vorwurf eine Taschenuhr gestohlen zu haben, zu einer sechswöchigen Haft und der Verlust der Berechtigung, weiterhin als Lehrer tätig zu sein. Er versucht daraufhin sich mit Privatstunden den Lebensunterhalt zu verdienen, aber aus wirtschaftlicher Not und Erbitterung über eine ungerechte Welt begeht er mehrere Eigentumsdelikte und Hochstaplereien. Insgesamt muss er für 8 Jahre hinter Gittern. Während der Haftzeit entstehen erste schriftstellerische Skizzen. 1875 wird er
Redakteur für den Verleger H. G. Müncheyer. Es werden seine ersten Novellen im "Beobachter an der Elbe" abgedruckt. Später gründet er 2 neue Zeitschriften, die 1876 durch eine dritte Wochenschrift abgelöst werden. 3 Jahre später wird May ständiger Mitarbeiter des "Deutschen Hausschatzes". Am 17.8. 1880 heiratet Karl May Emma Lina Pollmer und zieht nach Hohenstein. 1881 beginnt die Veröffentlichung seines großen Orient-Zyklus ( Ges. Werke Bd. 1-6 ), in der erstmals Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar auftreten. In den folgenden Jahren schreibt er eine Reihe von Jugendbüchern ( Der Sohn des Bärenjägers, Der Schatz im Silbersee ), die später sehr erfolgreich werden sollten. 1982 gibt der
Karl May als Old Shatterhand
Verlag F.E. Fehsenfeld die ersten 6 Bände der "Gesammelten Reisezählungen" heraus. Karl May ist jetzt ein wohlhabender Mann. Ein Jahr später erscheinen die 3 Winnetou-Bände und die Zeitschriften-Veröffentlichung von "Der Ölprinz". 1896 kauft sich May ein Wohhhaus in Radebeul, das er "Villa Shatterhand" nennt. Der Name Karl May ist inzwischen in ganz Deutschland bekannt geworden. Am 26.3.1899 tritt May seine große Orient-Reise an, die ihn u.a. nach Genua, Kairo, Palästina und Sumatra führt. In Deutschland kommt es währenddessen zu heftigen Angriffen gegen ihn. Man kritisiert seine Selbstreklame und die damit verbundene Old Shatterhand-Legende. Weiterhin reist er nach Istanbul, Jerusalem und anschließend wieder zurück nach Deutschland. Für sein Sammelwerk "China" schreibt er die pazifistische Erzählung "Et in terra pax". Adalbert Fischer beginnt mit der Neuveröffentlichung von Mays Romanen, May verklagt ihn daraufhin. 1903 läßt er sich von seiner Frau, die sich von ihm immer mehr entfremdet hat, scheiden und heiratet Klara, die Frau seines 1901 verstorbenen Freundes Richard Plöhn. 1908 unternimmt er mit seiner Frau eine Amerika-Reise, die ihn von New York in die Reservation der Tuskarora-Indianer führt. 1910 kommt es zu einem Prozeß und einer dadurch entfachten Pressekampagne durch Rudolf Lebius, der behauptet May sei jahrelang als Räuberhauptmann durch die Lande gezogen. Dazu werden seine früheren Haftstrafen in die Öffentlichkeit gezogen. Ein Jahr später siegt Karl May in der Berufungsverhandlung, erkrankt aber am Jahresende schwer an einer Lungenentzündung. Am 22.3. 1912 hält er in Wien einen Vortrag über das Thema "Empor ins Reich der Edelmenschen". Nur 7 Tage später, am 30.3. stirbt er und wird auf dem Radebeuler Friedhof beigesetzt.